Barrierefreies Bad nach DIN 18040 planen – Maße, Haltegriffe, Stützklappgriffe und Duschsitze

Barrierefreies Bad nach DIN 18040 richtig planen: Erfahren Sie, welche Maße und Bewegungsflächen für WC, Dusche und Waschplatz wichtig sind und wie Haltegriffe, Stützklappgriffe und Duschsitze sinnvoll angeordnet werden. Mit Hinweisen für öffentliche, gewerbliche und private Sanitärräume.

Ein barrierefreies Bad nach DIN 18040 entsteht nicht allein durch den Einbau einzelner Haltegriffe. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Bewegungsflächen, WC, Dusche, Waschplatz, geeigneten Stütz- und Haltemöglichkeiten sowie einer fachgerechten Montage. In diesem technischen Ratgeber zeigen wir, welche Anforderungen bei der Planung öffentlich zugänglicher, medizinischer, gewerblicher und privater Sanitärräume besonders wichtig sind.

Planung statt Einzelprodukt: DIN 18040 beschreibt Anforderungen an das barrierefreie Bauen. Ob ein Sanitärraum die Anforderungen erfüllt, hängt deshalb immer von der vollständigen Raumplanung, den Abständen, Montagehöhen, Bewegungsflächen und dem Befestigungsuntergrund ab.

1. Barrierefreies Bad nach DIN 18040-1 oder DIN 18040-2?

Wer nach DIN 18040 Bad Maße, barrierefreies WC Maße, Stützklappgriff WC Höhe oder barrierefreie Dusche DIN 18040 sucht, stößt zunächst auf zwei unterschiedliche Normteile.

DIN 18040-1 – öffentlich zugängliche Gebäude

DIN 18040-1 behandelt die barrierefreie Planung öffentlich zugänglicher Gebäude. Dazu gehören abhängig von der konkreten Nutzung beispielsweise Verwaltungsgebäude, medizinische Einrichtungen, Kliniken, öffentlich zugängliche Bereiche von Pflegeeinrichtungen, Veranstaltungsgebäude, Verkaufsstätten und andere Objekte mit Publikumsverkehr.

In solchen Bereichen müssen Sanitärräume so geplant werden, dass sie auch von Menschen mit eingeschränkter Mobilität beziehungsweise bei rollstuhlgerechter Nutzung sicher und möglichst selbstständig verwendet werden können.

DIN 18040-2 – Wohnungen

DIN 18040-2 betrifft Wohnungen. Dabei wird zwischen allgemein barrierefreien Wohnungen und erhöhten Anforderungen für rollstuhlgerechte Wohnungen – häufig mit dem Zusatz R bezeichnet – unterschieden.

Gerade im privaten Bereich ist deshalb eine individuelle Planung wichtig. Ein Bad für einen mobilen Senior benötigt nicht zwangsläufig dieselbe Ausstattung wie ein Bad für eine dauerhaft auf den Rollstuhl angewiesene Person.

Offizielle Informationen und die veröffentlichten Ausgaben der Normen zum barrierefreien Bauen finden Sie bei
DIN Media – Barrierefreies Bauen.

Wichtig: Zusätzlich zur DIN können Landesbauordnungen, Sonderbauvorschriften, Anforderungen des Betreibers, Ausschreibungen sowie projektspezifische Vorgaben relevant sein. Dieser Ratgeber ersetzt deshalb keine objektbezogene Fachplanung.

2. Drei typische Planungsbereiche

Öffentlich / Medizin & Pflege

Kliniken, Krankenhäuser, Pflege- und Senioreneinrichtungen, Rehabilitationsbereiche sowie öffentlich zugängliche WC- und Duschbereiche.

Hier stehen ausreichend große Bewegungsflächen, sichere Transfermöglichkeiten, robuste Ausstattung und eine nachvollziehbare technische Planung im Vordergrund.

Halböffentlich / Gewerblich

Hotels, Praxen, Bürogebäude, Objektbau, gewerblich genutzte Sanitärräume und andere Bereiche mit wechselnden Nutzergruppen.

Die Anforderungen hängen von der tatsächlichen öffentlichen Zugänglichkeit, Nutzung und den für das Gebäude geltenden bauordnungsrechtlichen Anforderungen ab.

Privat / Wohnen

Wohnungen, Einfamilienhäuser, altersgerechte Modernisierungen und private Badumbauten.

Hier können individuelle Bedürfnisse, vorhandene Bewegungsflächen und eine spätere Nachrüstbarkeit besonders berücksichtigt werden.

Hinweis: „Halböffentlich“ ist keine eigene Kategorie der DIN 18040. Maßgeblich sind die tatsächliche öffentliche Zugänglichkeit, die Gebäudenutzung und die jeweils geltenden bauordnungsrechtlichen Anforderungen.

3. Wichtige Maße für ein barrierefreies Bad im Überblick

Die folgenden Werte dienen als kompakte Planungsübersicht. Bei der tatsächlichen Ausführung sind die jeweils gültige Originalnorm, das konkrete Gebäude, die Nutzung und die projektspezifischen Anforderungen zu berücksichtigen.

Bereich Öffentlich / DIN 18040-1 Privat / DIN 18040-2
Bewegungsfläche bei rollstuhlgerechter Nutzung 150 × 150 cm barrierefrei 120 × 120 cm; bei R 150 × 150 cm
Duschfläche 150 × 150 cm 120 × 120 cm; bei R 150 × 150 cm
WC-Sitzhöhe 46–48 cm bei rollstuhlgerechter Planung 46–48 cm
WC-Ausladung mindestens 70 cm bei R entsprechend rollstuhlgerechter Planung; im privaten Bereich nutzer- und projektspezifisch prüfen
Stützklappgriffe am WC beidseitig abhängig von Nutzung; bei R entsprechend rollstuhlgerechter Planung
Abstand der Stützklappgriffe 65–70 cm bei R entsprechend planen
Oberkante Stützklappgriff 28 cm über Sitzhöhe bei R entsprechend planen
Waagerechter Haltegriff Dusche Achsmaß 85 cm über Oberkante Fertigfußboden bedarfsgerecht beziehungsweise nachrüstbar planen
Duschsitz Sitzhöhe 46–48 cm; Ausladung mindestens 45 cm bei R technische Nachrüstbarkeit beziehungsweise geeignete Sitzlösung berücksichtigen

4. Barrierefreies WC richtig planen

Das WC gehört zu den wichtigsten Bereichen eines barrierefreien Sanitärraums. Bei der Planung müssen nicht nur die Abmessungen der WC-Keramik berücksichtigt werden. Ebenso wichtig sind Transferflächen, Bewegungsräume, die Erreichbarkeit der Bedienelemente, eine geeignete Rückenstütze und sichere Stützmöglichkeiten.

Bei öffentlich zugänglichen rollstuhlgerechten WC-Anlagen ist eine Bewegungsfläche von 150 × 150 cm vor dem WC vorzusehen. Seitlich werden Transferflächen benötigt, damit der Wechsel zwischen Rollstuhl und WC möglich bleibt.

Die Sitzhöhe des WC liegt bei 46–48 cm. Die WC-Keramik soll mindestens 70 cm ausladen. Eine Rückenstütze wird 55 cm hinter der Vorderkante des WC angeordnet.

Besonders bei rollstuhlgerechten WCs benötigt der Nutzer seitlich ausreichend Platz. Ein ungünstig positionierter Heizkörper, eine Wand oder ein Möbelstück kann eine theoretisch ausreichend große Toilette praktisch unbenutzbar machen.

Warum Stützgriffe am WC so wichtig sind

Stützgriffe ermöglichen es, das Körpergewicht beim Hinsetzen, Aufstehen und Umsetzen gezielt abzustützen. Bei wechselnden Nutzern sind insbesondere Stützklappgriffe sinnvoll, weil sie bei Nichtgebrauch hochgeklappt werden können.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch in unserem Beitrag
Warum Stützklappgriffe im barrierefreien Bad wichtig sind.

Neben der Griffposition ist vor allem die Befestigung entscheidend. Wandaufbau, Dübel, Befestigungsmittel und Tragfähigkeit des Untergrunds müssen zur erwarteten Belastung passen.

Ein Beispiel für einen Stütz-/Klappgriff aus Edelstahl finden Sie hier:
Stützgriff / Klappgriff zur Wandmontage aus rostfreiem Edelstahl.

5. Stützklappgriffe am WC – Höhe, Abstand und Länge

Die Suchanfragen Stützklappgriff WC Höhe, Abstand Stützklappgriffe WC, Stützklappgriff Länge und Stützgriff WC DIN 18040 gehören zu den wichtigsten technischen Fragen bei der Badplanung.

In einem öffentlich zugänglichen rollstuhlgerechten WC werden Stützklappgriffe beidseitig angeordnet. Der Abstand zwischen den Griffen beträgt 65 bis 70 cm. Die Oberkante der Griffe liegt 28 cm über der vorgesehenen Sitzhöhe.

Die Stützklappgriffe müssen die Vorderkante des WC um mindestens 15 cm überragen. Bei einer WC-Ausladung von 70 cm ergibt sich deshalb typischerweise eine erforderliche Grifflänge von mindestens 85 cm ab der relevanten Wand- beziehungsweise Befestigungsebene.

Die Griffe müssen am vorderen Ende für eine Punktlast von mindestens 1 kN ausgelegt sein. Neben der Belastbarkeit des Griffes selbst ist deshalb die fachgerechte Befestigung im vorhandenen Wandaufbau entscheidend.

Entscheidend ist jedoch nicht nur das Maß. Der Griff muss für den Nutzer erreichbar sein und beim Abstützen eine natürliche Armhaltung ermöglichen. Deshalb sollten WC, Stützgriffe, Rückenstütze und seitliche Transferfläche immer als zusammenhängendes System geplant werden.

Praxis-Tipp: Bei Neubau und Sanierung sollte die Wandkonstruktion bereits während der Planung auf die spätere Griffbefestigung vorbereitet werden. Eine optimale Griffposition hilft wenig, wenn der Untergrund an dieser Stelle keine sichere Befestigung ermöglicht.

6. Waschplatz im barrierefreien Bad

Auch der Waschplatz muss Bewegungsfreiheit ermöglichen. Bei rollstuhlgerechter Planung ist eine ausreichende Unterfahrbarkeit des Waschbeckens besonders wichtig. Unterschränke oder ungünstig positionierte Installationen können die Annäherung mit dem Rollstuhl verhindern.

Bei rollstuhlgerechter Planung darf die Ober- beziehungsweise Vorderkante des Waschtisches maximal 80 cm über dem Fertigfußboden liegen. Für die Unterfahrbarkeit sind mindestens 55 cm Tiefe und 90 cm Breite vorzusehen.

Der erforderliche Kniefreiraum beträgt mindestens 67 cm. Dieser Freiraum muss so ausgeführt werden, dass das Waschbecken mit dem Rollstuhl ausreichend angefahren werden kann.

Die Armatur sollte so positioniert sein, dass sie aus sitzender Position gut erreichbar ist. Der Abstand der Armatur von der Vorderkante des Waschtisches sollte maximal 40 cm betragen.

Zusätzliche Haltemöglichkeiten neben oder im Bereich des Waschbeckens können das Stehen, Umsetzen und Stabilisieren erleichtern. Hier kommen je nach Raumsituation gerade Haltegriffe oder Stützgriffe zum Einsatz. Bei der Planung von Haltegriffen neben dem Waschplatz sollte insbesondere auf eine gut erreichbare, horizontale Griffposition geachtet werden.

Bei der Auswahl sollte die Griffposition immer an den tatsächlichen Bewegungsablauf angepasst werden. Ein Haltegriff darf nicht nur dort montiert werden, wo Platz vorhanden ist – er muss dort erreichbar sein, wo tatsächlich Unterstützung benötigt wird.

7. Barrierefreie Dusche – Maße und Haltegriffe

Die barrierefreie Dusche nach DIN 18040 ist neben dem WC einer der wichtigsten Bereiche bei einer altersgerechten oder rollstuhlgerechten Badplanung.

Eine bodengleiche Dusche reduziert Stolperstellen und erleichtert die Nutzung mit Rollstuhl, Rollator oder Duschstuhl. Gleichzeitig muss ausreichend Bewegungsraum erhalten bleiben.

Bewegungsfläche und Duschfläche

Bei öffentlich zugänglicher rollstuhlgerechter Planung wird eine Fläche von 150 × 150 cm berücksichtigt. Im Wohnungsbau nach DIN 18040-2 gelten je nach Ausführung 120 × 120 cm beziehungsweise bei rollstuhlgerechter Planung 150 × 150 cm.

Der Duschbereich soll niveaugleich mit dem angrenzenden Boden ausgeführt werden. Eine notwendige Absenkung sollte maximal 2 cm betragen.

Haltegriffe in der Dusche

Haltegriffe geben dem Nutzer während des Einsteigens, Stehens, Drehens und Hinsetzens Sicherheit. In öffentlich zugänglichen barrierefreien Duschbereichen spielt ein waagerechter Haltegriff eine zentrale Rolle. Als Planungsmaß wird eine Griffachse von 85 cm über Oberkante Fertigfußboden berücksichtigt.

Zusätzlich sind vertikale Haltemöglichkeiten erforderlich beziehungsweise sinnvoll, weil sie beim Aufrichten und beim Wechsel zwischen Sitzen und Stehen besser erreichbar sein können.

Je nach Anwendung können gerade Haltegriffe, Winkelgriffe oder modular aufgebaute Griffsysteme eingesetzt werden. Gerade bei individuellen Raumsituationen kann ein modular aufgebautes System Vorteile bieten, weil Griffverlauf und Abmessungen projektspezifisch angepasst werden können.

Duschstangen und Zubehör

Duschstangen, verstellbare Brausehalterungen und weitere Ergänzungen können die Ausstattung des Duschbereichs sinnvoll ergänzen. Entscheidend ist, dass Armatur und Handbrause auch aus sitzender Position gut erreichbar bleiben.

8. Duschsitze und Duschklappsitze

Ein Duschsitz ermöglicht Personen mit eingeschränkter Stehfähigkeit eine sichere sitzende Körperpflege. In kleinen Räumen ist ein hochklappbarer Sitz häufig besonders praktisch, weil die Bewegungsfläche nach der Nutzung wieder freigegeben werden kann.

In öffentlich zugänglichen rollstuhlgerechten Duschbereichen liegt die Sitzhöhe bei 46–48 cm. Ein Duschklappsitz soll mindestens 45 cm ausladen.

Beidseitig des Duschsitzes sind Stützklappgriffe vorzusehen. Ihre Oberkante liegt 28 cm über der Sitzfläche. Der Abstand zwischen den Griffen beträgt 65–70 cm. Die Griffe sollen mindestens 15 cm über die Vorderkante der Sitzfläche hinausragen.

Die Duscharmatur und Handbrause müssen aus sitzender Position erreichbar sein. Bei der Planung sind deshalb Sitzposition, Griffanordnung und Armatur als zusammenhängende Funktionszone zu betrachten.

Bei der Auswahl des Sitzes sind Sitzfläche, Tragfähigkeit, Wandaufbau, Montagehöhe und die Position zur Armatur entscheidend.

Gerade in Kliniken, Pflegeeinrichtungen und öffentlich genutzten Sanitärbereichen sollte die Ausstattung robust, reinigungsfreundlich und für wechselnde Nutzer geeignet sein.

9. Welche Griffart eignet sich für welchen Bereich?

Produktart Typischer Einsatz Besonderheit
Gerader Haltegriff Dusche, Badewanne, Waschplatz, allgemeine Bewegungsbereiche einfache und vielseitige Haltemöglichkeit
Handlauf längere Wandbereiche, Flure und Sanitärbereiche kontinuierliche Unterstützung über eine längere Strecke
Stützgriff WC, Waschplatz und Transferbereiche für stärkere Abstützung ausgelegt
Stützklappgriff WC, Dusche, Pflege, Kliniken und öffentliche Sanitärräume kann bei Nichtgebrauch hochgeklappt werden
Winkelgriff Dusche und kombinierte Bewegungsabläufe kombiniert horizontale und vertikale Greifbereiche
Modulares Griffsystem Projektbau und individuelle Raumsituationen Abmessungen und Griffverlauf können projektspezifisch angepasst werden

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10. Edelstahl geschliffen, poliert oder pulverbeschichtet?

Die Oberfläche eines Haltegriffs beeinflusst nicht nur die Optik. Sie spielt auch bei Reinigung, Pflege, Haptik und der Kombination mit anderen Sanitärelementen eine Rolle.

Geschliffener Edelstahl

Geschliffener Edelstahl besitzt eine gleichmäßige, technisch wirkende Oberfläche. Er eignet sich besonders für moderne Sanitärbereiche, Kliniken, Pflegeeinrichtungen und den Objektbau.

Polierter Edelstahl

Polierter Edelstahl hat eine stärker glänzende Oberfläche. Er wirkt hochwertig und lässt sich gut mit verchromten Armaturen und anderen glänzenden Badelementen kombinieren.

Pulverbeschichtete Oberflächen

Pulverbeschichtete Haltegriffe ermöglichen unterschiedliche Farbausführungen. Besonders häufig werden Weiß und Schwarz eingesetzt. Für Projektkunden können – abhängig von Produktserie, Stückzahl und technischer Machbarkeit – auch Sonderausführungen und projektbezogene RAL-Farben interessant sein.

Die verschiedenen Oberflächen, Befestigungsarten und Konstruktionsmöglichkeiten gehören zu den wesentlichen Unterschieden zwischen den BSD Produktserien MODULAR, STANDARD und STANDARD PLUS.

11. Haltegriffe direkt vom Hersteller

BSD ist nicht ausschließlich Händler. Ein wesentlicher Teil der angebotenen Halte- und Stützlösungen wird selbst gefertigt.

Die eigene Produktion ermöglicht eine direkte Kontrolle über Konstruktion, Abmessungen, Oberflächen und – abhängig vom Produkt – projektspezifische Sonderlösungen.

Typische Fertigungsschritte umfassen unter anderem die Bearbeitung von Edelstahlrohren, Zuschnitt, Biegen, Schweißen, Schleifen beziehungsweise Polieren, Oberflächenbehandlung, Montage und abschließende Kontrolle.

Gerade für Architekten, Pflegeeinrichtungen, Kliniken und Objektkunden ist die eigene Fertigung ein Vorteil: Sondermaße, Griffverläufe, Oberflächen und projektspezifische Lösungen können wesentlich gezielter abgestimmt werden als bei reinen Handelsprodukten.

Mehr über BSD und unsere Fertigung erfahren Sie auf der Seite
Über uns.

Weitere Fachthemen: In weiteren Beiträgen zeigen wir die Herstellung unserer Haltegriffe, Unterschiede zwischen geschliffenen, polierten und pulverbeschichteten Oberflächen sowie die Einsatzmöglichkeiten der Serien MODULAR, STANDARD und STANDARD PLUS.

12. Produkte für Kliniken, Pflegeheime und medizinische Einrichtungen

Sanitärräume in Kliniken und Pflegeeinrichtungen stellen besondere Anforderungen an Ausstattung und Planung. Produkte werden häufig von wechselnden Personen genutzt und müssen im Alltag robust, gut erreichbar, sicher befestigt und einfach zu reinigen sein.

Die von BSD hergestellten Produkte können – abhängig vom konkreten Produkttyp, seiner Zweckbestimmung und der jeweiligen technischen Dokumentation – in medizinischen Einrichtungen, Krankenhäusern und Kliniken, Pflege- und Senioreneinrichtungen, Rehabilitations- und Therapieeinrichtungen sowie in öffentlich, gewerblich und privat genutzten Sanitärräumen eingesetzt werden.

Für größere Projekte sollten Griffanordnung, Stückzahlen, Oberflächen, Befestigungsbedingungen und Sondermaße bereits während der Planung abgestimmt werden.

13. Barrierefreies Bad privat planen

Auch ein barrierefreies Bad nach DIN 18040 im privaten Wohnbereich sollte nicht ausschließlich nach einzelnen Standardmaßen geplant werden. Entscheidend sind der tatsächliche Nutzer, die vorhandene Raumsituation und die langfristige Entwicklung der Mobilität.

Wer frühzeitig Wandverstärkungen und geeignete Montagebereiche vorbereitet, kann Haltegriffe und Stützgriffe später nachrüsten, ohne den gesamten Wandaufbau erneut öffnen zu müssen.

Vorausschauend planen

Eine bodengleiche Dusche, ausreichende Bewegungsflächen und vorbereitete Befestigungspunkte können die spätere Anpassung deutlich erleichtern.

Auch bei einem heute noch uneingeschränkt nutzbaren Bad lohnt es sich deshalb, mögliche zukünftige Anforderungen bereits bei Neubau oder Renovierung zu berücksichtigen.

Bei privaten WC-Anlagen kann die Keramik kompakter ausgeführt sein als bei öffentlich zugänglichen rollstuhlgerechten Anlagen. Entscheidend ist, dass Stütz- und Haltegriffe an die konkrete WC-Ausladung, den Nutzer und den verfügbaren Bewegungsraum angepasst werden.

14. Häufige Fehler bei der Planung

Zu wenig Bewegungsfläche

Ein Bad kann optisch großzügig wirken und trotzdem an entscheidenden Stellen zu wenig Bewegungsraum bieten. Besonders kritisch sind WC, Dusche und der Bereich vor dem Waschbecken.

Griffe nach Optik statt Bewegungsablauf montieren

Ein Haltegriff muss dort erreichbar sein, wo Unterstützung tatsächlich benötigt wird. Eine optisch symmetrische Position ist nicht automatisch ergonomisch richtig.

Falsche Länge von Stützklappgriffen

Ein Stützklappgriff darf nicht vor der Vorderkante des WC oder Duschsitzes enden. Die Griffgeometrie und Länge müssen immer auf das jeweilige Sanitärobjekt abgestimmt werden.

Montageuntergrund zu spät prüfen

Stützgriffe übertragen erhebliche Kräfte auf die Wand. Die Tragfähigkeit des Untergrunds und das passende Befestigungssystem müssen deshalb frühzeitig berücksichtigt werden.

Nachrüstbarkeit vergessen

Im privaten Wohnungsbau können vorbereitete Befestigungsbereiche spätere Umbauten wesentlich vereinfachen.

DIN mit Produkteigenschaft verwechseln

Ein einzelner Haltegriff kann nicht die DIN-Konformität eines kompletten Sanitärraums herstellen. Entscheidend ist das Zusammenspiel aller baulichen und technischen Komponenten.

15. Planung für Architekten, Planer und Objektbau

Bei Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Hotels, öffentlichen Gebäuden und anderen größeren Projekten sollten Haltegriffe und Sanitärausstattung nicht erst am Ende der Bauphase ausgewählt werden.

Frühzeitige Abstimmung erleichtert die Planung von Befestigungspunkten, Wandverstärkungen, Stückzahlen, Oberflächen, Sondermaßen und der späteren Montage.

BSD unterstützt Geschäftskunden bei der Auswahl geeigneter Produkte und projektbezogener Lösungen.

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Technischer PDF-Planungsleitfaden

Zu diesem Beitrag entsteht zusätzlich ein technischer PDF-Leitfaden mit Planungshilfen für drei typische Anwendungsgruppen:

1. Öffentlich / Medizin & Pflege
2. Halböffentlich / Gewerblich
3. Privat / Wohnen

Der Leitfaden wird Maßtabellen, Grundrisse sowie Detailzeichnungen für WC, Waschplatz und Dusche enthalten. Gezeigt werden unter anderem typische Positionen von Haltegriffen, Stützklappgriffen, Rückenstützen und Duschsitzen.

16. Häufig gestellte Fragen zum barrierefreien Bad nach DIN 18040

Welche DIN gilt für ein barrierefreies Bad?

Für öffentlich zugängliche Gebäude ist DIN 18040-1 eine zentrale Planungsgrundlage. Für Wohnungen gilt DIN 18040-2. Bei rollstuhlgerechten Wohnungen sind zusätzliche Anforderungen mit Kennzeichnung R zu berücksichtigen.

Wie groß muss die Bewegungsfläche im barrierefreien Bad sein?

Bei öffentlich zugänglicher rollstuhlgerechter Planung werden 150 × 150 cm berücksichtigt. In Wohnungen nach DIN 18040-2 werden für barrierefreie Bereiche 120 × 120 cm und für rollstuhlgerechte Bereiche 150 × 150 cm angesetzt.

Wie hoch muss ein WC im barrierefreien Sanitärraum sein?

Bei öffentlich zugänglicher rollstuhlgerechter Planung liegt die Sitzhöhe des WC bei 46–48 cm.

Wie lang muss ein WC in einem öffentlich zugänglichen rollstuhlgerechten Sanitärraum sein?

Die WC-Keramik soll mindestens 70 cm ausladen.

Wie hoch müssen Stützklappgriffe am WC montiert werden?

Bei öffentlich zugänglicher rollstuhlgerechter Planung liegt die Oberkante der Stützklappgriffe 28 cm über der Sitzhöhe des WC.

Wie groß ist der Abstand zwischen Stützklappgriffen?

Bei rollstuhlgerechter WC-Planung nach DIN 18040-1 wird ein Abstand zwischen den Stützklappgriffen von 65 bis 70 cm berücksichtigt.

Wie weit müssen Stützklappgriffe über das WC hinausragen?

Bei öffentlich zugänglicher rollstuhlgerechter Planung sollen die Stützklappgriffe die Vorderkante des WC um mindestens 15 cm überragen.

Wie hoch wird ein Haltegriff in der Dusche montiert?

Für waagerechte Haltegriffe im öffentlich zugänglichen Duschbereich wird ein Achsmaß von 85 cm über Oberkante Fertigfußboden berücksichtigt.

Wie hoch wird ein Duschsitz montiert?

In öffentlich zugänglichen rollstuhlgerechten Duschbereichen liegt die Sitzhöhe bei 46–48 cm. Der Sitz soll mindestens 45 cm ausladen.

Ist ein Stützklappgriff automatisch DIN-18040-konform?

Nein. DIN 18040 beschreibt die Planung des gesamten Gebäudes beziehungsweise Sanitärraums. Ein geeigneter Stützklappgriff muss korrekt positioniert, fachgerecht befestigt und in eine insgesamt normgerechte Planung integriert werden.

Welche Haltegriffe eignen sich für eine barrierefreie Dusche?

Je nach Nutzer und Raumsituation können horizontale Haltegriffe, vertikale Haltegriffe, Winkelgriffe oder modular kombinierte Griffsysteme eingesetzt werden.

Sind Edelstahlgriffe für Pflegeheime und Kliniken geeignet?

Edelstahl ist aufgrund seiner robusten Oberfläche und guten Reinigungsmöglichkeiten besonders für intensiv genutzte Sanitärbereiche interessant. Die konkrete Eignung hängt jedoch immer vom jeweiligen Produkt, seiner Zweckbestimmung und den Anforderungen des Projekts ab.

Kann BSD Sondermaße fertigen?

Abhängig von Produktserie und technischer Machbarkeit sind projektbezogene Abmessungen und Sonderlösungen möglich. Besonders das modulare Produktsystem eignet sich für individuelle Planungsanforderungen.

Wo finde ich die BSD Produktserien?

Eine Übersicht finden Sie unter
Produkte & Serien von BSD.

Rechtlicher und technischer Hinweis:
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Planungsorientierung und ersetzt keine objektbezogene Planung durch Architekten, Fachplaner oder andere qualifizierte Stellen. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Originalfassungen der Normen, die einschlägigen öffentlich-rechtlichen Anforderungen, die technische Dokumentation des jeweiligen Produkts sowie die tatsächlichen Bedingungen am Montageort.

Stand: August 2026 | BSD DYSTRYBUCJA Sp. z o.o. – Hersteller von Halte-, Stütz- und Sanitärlösungen für barrierefreie Bad- und Sanitärbereiche.

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